Michael-Balint-Klinik
Donnerstag, 27. Juli 2017 
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2015-0074 KHVN
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Leitbild

 
 

Die Michael-Balint-Klinik hat ihr Handeln unter eine klare Maxime gestellt:

„Partnerschaftlich handeln in der Therapie“

Unsere Wertvorstellungen sind Grundlage und Richtlinie für unsere tägliche Arbeit. Das Leitbild beinhaltet die übergeordneten in unserer Klinik geltenden Qualitätsleitlinien.

Jeder Mitarbeiter ist angehalten, die Inhalte dieses Leitbildes anzuerkennen, sowie an deren Umsetzung und der regelmäßigen Überprüfung und Weiterentwicklung aktiv mitzuwirken.

Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen die sich uns anvertrauenden Patienten. Jeden Menschen achten wir gleichermaßen und bieten ihm unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Herkunft, Nationalität oder sozialer Stellung ganzheitliche Hilfe. Der Klinikleitung stellt sich eine Aufgabe, die nur durch einen kooperativen Führungsstil lösbar ist, in dem sich Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Mitarbeitern abbilden. Nur vor diesem Hintergrund kann sich eine respektvolle und wertschätzende Einstellung gegenüber den Patienten und Rehabilitanden entfalten. Die nachfolgend beschriebenen Ziele dienen der Klinikleitung und allen Mitarbeitern im Sinne einer Leitidee der alltäglichen Orientierung:

  • Konsequente Patientenorientierung,
  • Qualifizierte, motivierte und zufriedene Mitarbeiter,
  • Ständige Weiterentwicklung der Behandlungskonzepte,
  • Wissenschaftliche Fundierung und Qualitätssicherung,
  • Partnerschaftliche Kooperation mit Kosten-/Leistungsträgern, Zuweisern und allen weiteren Partnern im unternehmerischen und psychosomatischen Netzwerk,
  • Wirtschaftliches unternehmerisches Handeln,
  • Sparsamer Ressourceneinsatz im Rahmen einer umweltbewussten Betriebsführung,
  • Innovative, zielorientierte Organisationsentwicklung,
  • Orientierung an der gesellschaftlichen Teilhabe, insbesondere in der Rehabilitation.

Bei der Behandlung von Menschen mit psychischen Beschwerden gelten die vier grundlegenden Prinzipien nach Beauchamp und Childress (1989):

1. Nichtschädigung: Jegliche Schädigung, jedes vermeidbare Risiko, jede nicht bestmögliche Versorgung des Patienten verbietet sich. Die Verfolgung eigener persönlicher Interessen und die Instrumentalisierung des Patienten für eigene Ziele sind den Ärzten/ Therapeuten untersagt. Evidenzbasierte Medizin entspringt ebenfalls der Forderung nach der besten, aber möglichst nebenwirkungsarmen Behandlung gemäß dem aktuellen Wissensstand.

2. Autonomie: Respekt vor den Vorstellungen, Bedürfnissen, Sehnsüchten, Zielen, Lebensplänen und Willensbekundungen des Patienten sind unabdingbar und führen zu Autonomieförderung und Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung. Der Patient ist Partner und nicht Objekt in der Behandlung. Entscheidungen werden von Patient und Arzt/Therapeut gemeinschaftlich erarbeitet („shared decision making“).

3. Fürsorge: Unter Berücksichtigung der kulturellen und individuellen Werte des Menschen soll für das Wohl der Patienten gesorgt werden. Zur Linderung der Beschwerden sollte jeder Patient die bestmögliche Behandlung erhalten. Diese ist leitlinienorientiert, in ihrer Wirksamkeit möglichst nachgewiesen und beruht auf einem angemessenen Menschenbild und den zugehörigen ethischen Grundsätzen. Die Sicherstellung von Qualität in der Routineversorgung gehört dazu.

4. Gleichheit: Sachfremde, patientenferne Gründe für Unterschiede in der Behandlung und der Verteilung von Ressourcen sind ausgeschlossen. Aufgrund gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die zwischen Patienten mit Krankenhausakutbehandlung einerseits und rehabilitativer Behandlung andererseits und den damit verbundenen Behandlungsaufträgen unterscheiden, müssen wir bei den genannten Patientengruppen entsprechend den Vorgaben der Kostenträger unterschiedliche (nicht gleiche) Behandlungsansätze vorhalten.

Ganzheitliches bio-psycho-soziales Krankheitsmodell

Wir betrachten die Störung eines erkrankten Menschen ganzheitlich: Die lebensgeschichtlichen Erfahrungen, die seelische Erlebniswelt, die sozialen Beziehungen und die biologische Struktur eines Menschen stehen in einem komplexen Bedingungsgefüge. Störungen sind als Folgen unzureichender Anpassungsvorgänge auf Störungseinflüsse auf jeder der genannten Ebenen verstehbar. Dabei ist die Balance zwischen gesunderhaltenden Ressourcen und krankmachenden Faktoren gestört. In der Psychotherapie stellt sich dem Therapeuten gemeinsam mit dem Patienten die Aufgabe, die komplexen Wirkungsbeziehungen möglichst tiefgehend zu erfassen und den Patienten im Rahmen eines Entwicklungs- und Veränderungsprozesses in die Lage zu versetzen, in dieses Gefüge korrigierend einzugreifen. Die Annäherung an die bestmögliche Therapie besteht nach unserer Auffassung darin, eine sachgerechte Analyse der Störungsfaktoren und der protektiven Faktoren vor dem Hintergrund ihrer Entstehungsgeschichte vorzunehmen, zugleich aber den hilfesuchenden Patienten im Kontakt anzunehmen und die Hoffnung des Patienten als wesentlichen Faktor im Genesungsprozess zu unterstützen. Jede Begegnung zwischen Therapeut und Patient ist einzigartig. Therapie muss sich zwischen den Beteiligten somit in einem lebendigen Prozess fortwährend neu definieren. Die Behandlung findet statt im Spannungsfeld zwischen notwendiger Struktur, Vorgabe bezüglich des Einsatzes therapeutischer Methoden und zielorientiertem Vorgehen auf der einen Seite und der individuellen therapeutischen Beziehung auf der anderen Seite, die in reflektierter Form auch unkonventionelle Wege gehen kann. Die Wiederholung problematischer Beziehungsmuster als Ausdruck vorbestehender ungünstiger Beziehungs- und Bindungserfahrungen in den aktuellen Beziehungen, z. B. auch zu Mitpatienten und zu den Therapeuten ist dabei von besonderer Bedeutung und kann durch die Wiederbelebung alter Muster in der Gegenwart besser verstanden und durchgearbeitet werden. Dieses Prinzip verweist auf den Namenspatron der Klinik, den Psychoanalytiker Michael Balint, der sein Augenmerk besonders auf die Beziehung zwischen Arzt und Patient gelegt hat.

Psychosomatische Erkrankungen werden von uns nicht nur als jene Erkrankungen verstanden, bei denen seelische und körperliche Faktoren gleichermaßen vorhanden sind und in Wechselbeziehung stehen, sondern bei jeder Erkrankung sind psychosomatische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Eine psychosomatische Grundhaltung ist gleichzeitig zutiefst ärztliche Grundhaltung. In die psychosomatische Behandlung kommen vorwiegend jene Menschen, bei denen seelische und lebensgeschichtliche Faktoren eine starke Gewichtung erfahren müssen oder bei deren Behandlung das vorwiegend biologische Krankheitsverständnis gescheitert ist. Wir sehen unsere Klinik aber nicht als Auffangbecken für eine Restkategorie von Patienten, denen im "normalen" Medizinbetrieb nicht mehr geholfen werden kann oder die daraus flüchten, sondern sehen uns als Baustein eines medizinischen Gesamtgebäudes. Der Weg in eine psychosomatische Klinik sollte daher im Interesse des Patienten frühzeitig gesucht werden. Bei stets zeitlich beschränktem Behandlungsumfang können nur beschränkte und mit dem Patienten erarbeitete Ziele verfolgt und erreicht werden. Diese sollten, insbesondere bei rehabilitativer Behandlung, auch teilhabeorientiert sein. Eines unserer wichtigen Anliegen ist daher, den Patienten zu befähigen, in seinem häuslichen Umfeld den in der Klinik begonnenen Veränderungsprozess mit der zu Hause möglichen Unterstützung (z. B. durch Selbsthilfegruppen, ambulante Psychotherapie oder ortsnahen rehabilitativen Angeboten) fortzusetzen und zu vertiefen und sich in das gesellschaftliche Leben (wieder) einzugliedern.

(Letzte Bearbeitung am 16.05.2012)


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